Die nachkonziliare Leseordnung bietet weit mehr Bibeltexte als die vorkonziliare. Vieles ist in der Zusammenstellung geglückt, wenn auch nicht alles. Meiner Meinung nach gehört zu den weniger geglückten auch die Trennung der Petrusstellen aus dem Matthäus-Evangelium zum heutigen Sonntag (Petrus der Fels) und zum nächsten (Petrus der Satan). Denn erst beide zusammen ergeben eine Einheit. Wobei ich diese Einheit nicht psychologisch interpretieren möchte. Vielmehr meine ich wollte Matthäus mit diesen beiden Stellen eine Kurzdefinition von Kirche geben. Denn Petrus steht hier für Kirche.
Kirche ist
1. der Ort wo - wie es ja Petrus tut - bekannt wird: Jesus Christus, der Menschensohn, ist Sohn des lebendigen Gottes und Messias.
Das heißt aber auch, dass alles Menschen Schwestern und Brüder dieses Sohn Gottes und Messias sind, womit die Würde jedes Menschen ausgedrückt ist. Unsere Bekenntnis bestätigt dies und verpflichtet uns zur Achtung dieser Würde. Kirche ist auch der Ort der Erscheinung des Messias. Der Messias hat Schalom gebracht. In diesem umfassenden Frieden leben wir und bewegen wir uns, obwohl wir von der Unruhe unserer Herzen und unserer Welt hin und her geworfen werden.
2. der Ort wo Leiden nicht verdrängt wird. Denn genau das wollte Petrus als er nichts vom kommenden Leiden Jesu hören wollte. Kirche bekennt sich zu den Leidenden und steht auf deren Seite.
Also: Wo 1. und 2. gegeben sind ist Kirche undzwar genau dort. Alles andere ist zweitrangig.
2017-08-30
2017-08-14
19. Sonntag/A: Tehom und Vertrauen
Evangelien sind keine leichte Kost.
Zuviel verschiedenes: Worte Jesu, verändert, zusammengefasst... - Berichte (Beispiel: Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus): so war es ... - und dann sowas wie das heutige Evangelium: Jesus geht auf Wasser.
So war es aber nicht.
Denn Gottes Sohn wollte Mensch sein ohne wenn und aber. Die Schöpfungsordnung zu durchbrechen wäre für ihn eine Versuchung des Satans gewesen.
Das ist kein Tatsachen-Bericht - das ist eine bilderreiche Erzählung um zu zeigen, was Menschen mit dem Auferstandenen erfahren haben: dass er über alle Wasser zu dir kommt; dass du ihm vertrauen kannst; dass er dich nicht im Stich lässt. Versuche über das zu reden, über das so schwer zu reden ist.
Betrachten wir diese bilderreiche Erzählung genauer - drei Beobachtungen sind mir wichtig geworden:
1. Unruhiges Wasser - Sturm - Nacht: ich denke, das ist ein Bild für das "Tehom", das "wässrige Chaos", von dem der Beginn der Schöpfungsgeschichte erzählt. "Urflut" ist schlecht übersetzt, denn es geht nicht um etwas, das vor Urzeiten war, es geht um das jetzige Chaos. Das Chaos des Universums, das unseren Blauen Planeten in einer Sekunde verschlingen könnte. Das Chaos auf unserer Erde voller Hass, Krieg und Katastrophen. Das ist Gegenwart. Und jeden Tag neu ist der Schöpfergott da und setzt dem Chaos Grenzen. Was für eine tröstliche Botschaft. Damit wir leben können. Christus beruhigt den Seesturm, das Tehom der Jünger - in diesem Augenblick wissen sie, dass er Gottes Sohn sein muss.
2. Wo ist der Platz der Jünger: NICHT AM UFER. Jesus fordert sie, fordert uns auf hinauszufahren. Hinzugehen, hinzuschauen, zu retten, zu heilen. Und uns nicht auf unsere private Insel zurückzuziehen.
3. Die Jammerer, die das "Boot der Kirche" ständig schon am untergehen sehen, bekommen ein Wort Jesu zu hören: ihr Kleingläubigen.
Was für eine hoffnungsvolle Botschaft dieses Evangelium. Ich hönre den Schöpfergott sprechen: Es ist gut.
Zuviel verschiedenes: Worte Jesu, verändert, zusammengefasst... - Berichte (Beispiel: Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus): so war es ... - und dann sowas wie das heutige Evangelium: Jesus geht auf Wasser.
So war es aber nicht.
Denn Gottes Sohn wollte Mensch sein ohne wenn und aber. Die Schöpfungsordnung zu durchbrechen wäre für ihn eine Versuchung des Satans gewesen.
Das ist kein Tatsachen-Bericht - das ist eine bilderreiche Erzählung um zu zeigen, was Menschen mit dem Auferstandenen erfahren haben: dass er über alle Wasser zu dir kommt; dass du ihm vertrauen kannst; dass er dich nicht im Stich lässt. Versuche über das zu reden, über das so schwer zu reden ist.
Betrachten wir diese bilderreiche Erzählung genauer - drei Beobachtungen sind mir wichtig geworden:
1. Unruhiges Wasser - Sturm - Nacht: ich denke, das ist ein Bild für das "Tehom", das "wässrige Chaos", von dem der Beginn der Schöpfungsgeschichte erzählt. "Urflut" ist schlecht übersetzt, denn es geht nicht um etwas, das vor Urzeiten war, es geht um das jetzige Chaos. Das Chaos des Universums, das unseren Blauen Planeten in einer Sekunde verschlingen könnte. Das Chaos auf unserer Erde voller Hass, Krieg und Katastrophen. Das ist Gegenwart. Und jeden Tag neu ist der Schöpfergott da und setzt dem Chaos Grenzen. Was für eine tröstliche Botschaft. Damit wir leben können. Christus beruhigt den Seesturm, das Tehom der Jünger - in diesem Augenblick wissen sie, dass er Gottes Sohn sein muss.
2. Wo ist der Platz der Jünger: NICHT AM UFER. Jesus fordert sie, fordert uns auf hinauszufahren. Hinzugehen, hinzuschauen, zu retten, zu heilen. Und uns nicht auf unsere private Insel zurückzuziehen.
3. Die Jammerer, die das "Boot der Kirche" ständig schon am untergehen sehen, bekommen ein Wort Jesu zu hören: ihr Kleingläubigen.
Was für eine hoffnungsvolle Botschaft dieses Evangelium. Ich hönre den Schöpfergott sprechen: Es ist gut.
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